08/05 Melanchthon & Mixa

Mixa

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„…und raus bist Du!“ Leider fehlt meinem Bischofsquartett seit heute eine Karte: Mixa musste weg und ist weg. Nun muss das Domradio, Herausgeber des Bischofs-Quartetts, sein Versprechen einlösen und einen neue Karte nachliefern.

Aber eigentlich ist das alles ja bodenlos traurig und abgründig schrecklich. Da sitzt der alte Bischof em. in einem Schweizer Sanatorium und kann die Welt nicht verstehen – und sich selbst noch viel weniger.

Und wie gehts weiter? Das ehemalige Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde hat Erhellendes dazu geschrieben:

„Man muss sich das Unfassbare des sexuellen Missbrauchs gerade durch Priester vor Augen führen, um die maßlose Enttäuschung bei den Gläubigen und das traumatische Verstörtsein bei den Opfern zu begreifen. Der katholische Priester handelt sakramental in persona Christi, wie es theologisch heißt, an seiner Statt. Von einer in dieser Weise als Gesandter des Herrn geweihten Person geht sexueller Missbrauch, schwerste Persönlichkeitsverletzung aus. Muss das nicht jedem, der in und mit der Kirche lebt, die Zornesröte ins Gesicht treiben? (…) Solche Einsicht bewirkt ein Abschiednehmen von gewissen Heiligkeitsvorstellungen in Bezug auf die Kirche, die als Kirche der Sünder doch allererst durch Gottes Barmherzigkeit geheiligt werden kann.“ (Süddeutsche Zeitung 29.4.2010, S.2)

Und was hätte Melanchthon zu alldem gesagt? Er hätte daran erinnert, dass er schon 1530 in der Augsburger Konfession Wegweisendes dazu gesagt hat, und zwar im 23. Artikel „Vom Ehestand der Priester“:  Darin spricht er von der „greulichen, schrecklichen Unruhe und Gewissensqual“, die viele pflichtgemäß zölibatär lebende Priester „bis an ihr Lebensende gehabt haben“. Und er zitiert die Bibel, den 1. Brief des Timotheus, in dem es heißt: „Ein Bischof soll unsträflich sein, Eines Weibes Mann.“

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