29/05 Gott beim Grand Prix

Lena

Lena

Au weia. Stell Dir vor, alle warten auf Lena – und ein Pfarrer kommt. Live aus der Osloer Grand-Prix-Halle. Das Wort zum Sonntag. Leider ein guter Sendeplatz: Über zehn Millionen Zuschauer werdens gesehen haben.  „Was für eine Chance“, werden sich die Kirchenverantwortlichen gesagt haben. Und dann sprach Pfarrer Stefan Claaß, redete sich um Kopf, Kreuz und Kragen. Dass Lena – und die anderen natürlich! – „himmlische Rückendeckung“ empfinden mögen, genauso wie wir Fernsehzuschauer, die wir vielleicht demnächst vor „entscheidenden Türen stehen“. Zum Beispiel vor einer Gesellenprüfung. War das peinlich. Kirche will was sagen – und versagt. Was aber gar nicht an dem bemühten Pfarrer Stefan Claaß lag. Die Aufgabe, die er zu meistern hatte, war keine Chance. Das Scheitern war vorprogrammiert. Aber das wird die Kirche nie lernen, obwohl es in der Bibel steht: Dass es neben den Zeiten des Redens auch Zeiten des Schweigens gibt. Statt dessen will sie etwas sagen, weiß aber nicht, was – und murkselt sich dann dermaßen durch geschenkte Minuten, dass es wie schlechte Comedy wirkt. So perfekt wie Ottos Wort-Zum-Sonntag-Persiflage schafft sies aber nie. Meine Grand-Prix-Party-Mitgucker jedenfalls brachen in schallendes Gelächter aus. Und ich? Hab mich fremdgeschämt für diese dumpf-nichtssagenden Worte. Und hab mich um so mehr darüber gefreut, dass das letzte von Lena übertragene Wort „Gott“ war – kurz bevor die Eurovisionsfanfare das Ende der Sendung einleitete. Das war das schönste Wort zum Sonntag. Nicht geplant, nicht abgelesen, nicht bedacht: einfach so, aus des Herzens Grunde. Noch ein Grund, Lena zu lieben. (Foto: wikipedia/Daniel Kruczinsky/flickr)

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