08/11 Der Vatikan lobt, der Kardinal tobt

Als „witziges und theologisch korrektes Buch“ lobte Radio Vatikan im April das Buch „Katholisch Never – Evangelisch Never“, das ich mit meinem katholischen Kollegen Georg Schwikart Anfang des Jahres im Pattloch-Verlag veröffentlichte. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner allerdings findet’s weder korrekt noch kann er darüber lachen. Im Gegenteil: Mit Verweis auf fehlende Katholizität in diesem Buch verweigert er Georg Schwikart die Weihe zum Diakon, die für den 20. November angesetzt war. Nicht nur Georg Schwikart, ganz Hangelar ist entsetzt über dieses Vorgehen Meisners. Für mich als evangelischen Sparringpartner Schwikarts wäre es leicht, das Ganze mit einem larmoyanten „Siehste“ zu kommentieren. Aber dass und wie die katholische Kirche ihre besten Leute abkanzelt, übertrifft sogar meine kühnsten Erwartungen. Schwikart, der unzählige Bücher in unzähligen katholischen Verlagen geschrieben hat, darin liebevoll Kindern wie Erwachsenen den katholischen Glauben erklärt hat, darf nicht mal Diakon werden?!? Unfassbar.

Der Bonner General-Anzeiger berichtet über den Fall: 05.11., 08.11. , auch die Kölnische Rundschau 8.11.

Beitrag im WDR Hörfunk und in SWR1

Blogger Stanislaus kommentiert.

Diskussion im „Forum Partenia“

Buchtipp: Hans Conrad Zander: Joachim, mir graust’s vor dir! Von der unwiderstehlichen Komik der Religion, Köln 2004

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4 Antworten to “08/11 Der Vatikan lobt, der Kardinal tobt”

  1. Peter Kühn Says:

    Für mich zeigt dieses Ereignis, dass ich mit meiner Meinung, die sich nach dem Lesen des angesprochenen Buches bekräftigt hat, nicht falsch gelegen haben kann!
    Glauben ever, Kirche never!
    Oder anders formuliert, gib einem Menschen Macht und er wird es verstehen, sie zu missbrauchen!
    Da ist die Kirche nicht anders als der Staat oder die Wirtschaft, weil in jeder Institution die handelnden Personen Menschen sind, und Menschen sind bekanntlich unvollkommen.
    Schade, dass zu viele das zu oft vergessen! Und besonders schlimm finde ich es, wenn es die vergessen die es am besten wissen sollten!

  2. Hangelarer Says:

    Hier noch ein paar Hinweise auf Links zum Thema.
    Vielleicht brauchen wir ein zweites Worringen.

    http://www.podcast.de/episode/1578571/Unser_Buchtipp:_Katholisch?_Evangelisch%3F_Never!

    http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/rueckschau/lokalzeit_bonn.xml (fünfter Absatz/Bericht)

    Und letzte Woche haben sich Bischöfe und Laien getroffen um über die aktuellen Probleme zu reden und kein Blatt vor den Mund zu nehmen:
    http://www.dbk.de/presse/aktuelle-meldungen/details/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=1708&tx_ttnews%5BbackPid%5D=233&cHash=01ffa3519e03e0f3ee07d6f4149a500a

  3. Thomas Wystrach Says:

    Dass trotz dieser Erfahrungen so viele römische Katholiken in ihrer Kirche bleiben, ist wohl eine »kleine Tragödie des schwachen Gewissens«: http://www.publik-forum.de/blog/?p=789

  4. RO Willaschek Says:

    Als Sinn-und Gottsuchender wird mir eins immer klarer: Die Kath. Kirche ist eine Verhinderungs-Institution auf dem Weg zu einer Findung oder auch Aussöhnung mit Gott. Das System dieser Kirche ist und wird immer bleiben: den Menschen durch Ängste in eigenem Sinne und Vorteil zu instrumentalisieren und breitbeinig zwischen einem Gott und dem Suchenden zu stehen. Dank Joachim Kardinal Meisner, den Chefverhinderer, bin ich in meiner Beurteilung der Kirche gegenüber wieder gestärkt worden. Von der Suche nach meinem Gott, kann dieser Ungeist mich allerdings nicht abbringen. Unterstützend in meiner Haltung und Suche sind Persönlichkeiten wie Herr Schwikart, denen das Geistliche ein ernsthaftes Anliegen ist und keine eitle und rechtslastige Schmieren-komödie wie bei Meisner.

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