Posts Tagged ‘Calvin’

22/04 Osnabrück

24. April 2010

Beim Calvin-Vortrag wars kalt, bei Melanchthon warm: Der Saal der reformierten Bergkirchengemeinde war gut geheizt und diesmal nicht zu klein, als es um das Leben und Wirken Melanchthons ging.  Dass das Interesse in einer evangelisch-reformierten Kirchengemeinde größer am Genfer als am Wittenberger Reformator ist, ist verständlich. Aber immerhin verband Calvin und Melanchthon eine enge Brieffreundschaft und – leider! – Einigkeit in Sachen Hinrichtung des Ketzers Michael Servet.

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23/03 Berlin

26. März 2010

Calvin-Fahrrad

Die Calvinisten lassen nicht locker. Einen Gemüseladen nach ihrem Vorbild zu benennen, reicht ihnen nicht., Jetzt haben sie sogar Fahrräder mit dem Namen ihres Reformators geschmückt – und einfach aus Propagandazwecken auf eine Berliner Straße gestellt.  Wie werden die Melanchthoniker reagieren? Vielleicht mit einem Melanchthon-Friseur, der dessen Botschaft in katholische Haare hineinzuppelt? Es bleibt spannend…. Fortsetzung folgt.

21/03 Bretten

21. März 2010

Als hätte Melanchthon nachgezogen und wolle dem Moabiter Calvin-Laden (siehe 01/03) Konkurrenz machen: In Bretten, Melanchthons Geburtstsstadt, gibt es einen Bäcker, der nicht nur kleine Brötchen backt, sondern auch große Torten verkauft…

Café Melanchthon

10/03 Bremen

11. März 2010

Andreasgemeinde Bremen

Auch nach dem Calvinjahr ist das Interesse an Leben und Wirken des Genfer Reformators groß. Die Bremer Andreasgemeinde , reformiert geprägt, veranstaltete einen Calvin-Abend – rund fünfzig Interessierte gingen mit auf Zeitreise in Calvins Leben.

01/03 Berlin Moabit

1. März 2010

Calvin Discount

Calvin Discount

Was hat das Calvin-Jahr 2009 gebracht? Der Genfer Reformator sei in Kirchenkreise bekannter geworden, freuen sich die Veranstalter. Aber auch in der Straßenkultur ist der Name Calvins häufiger zu sehen. Zum Beispiel in Berlin Moabit.  Entdeckt hat ihn der Berliner Fotograf Dietmar Silber. Wer Ähnliches entdeckt – bitte mailen!

19/11 Oberndorf

25. November 2009

Die 45. und letzte Calvin-Lesung im wunderschönen Oberndorf im engen Neckartal, schon fast im Schwarzwald. Die dortige Kirche oben am Berg neu renoviert, zwei Fahrstühle bringen die Besucher ins Gotteshaus. Calvin hätte hier vermutlich gar nicht nur über Theologie, sondern auch über die Rechtmäßigkeit von Kriegen und Gewalt gesprochen. Denn im romantischen Oberndorf hat die Firma „Heckler & Koch“ ihren Sitz und produziert Kleinwaffen, die überall auf der Welt das tun, wofür sie da sind: abschrecken und schützen,, schießen und morden. Im idyllischen Dorf ist davon aber wenig zu spüren. Besonders empfehlenswert: die Buchhandlung Altenburger mit ihrem feinen Sortiment. Ein Buch fischte ich mir aus dem Regal, das mir auf der Rückfahrt die Lachtränen in die Augen getrieben hat: „Handauflegen“ von Alan Bennett.  Darüber hätte auch Calvin gelacht: Ein Trauergottesdienst, in dem alle mit dem Verstorbenen verwickelt waren – im wahrsten Sinne des Wortes. Und ein Pfarrer, der das beste aus der Situation zu machen versucht. Aber ohne Zucht und Ordnung.

17/11 Stuttgart

23. November 2009

Wie schade: Die Diakonissen-Idee ist so gut, aber für immer wenige Frauen ist der Lebensentwurf einer Diakonisse so reizvoll, dass sie ihn fürs eigene Leben übernehmen. So saßen viele betagte – bejahrte – Diakonissen in der Kirche des Stuttgarter Diakonissenkrankenhauses und hörten besonders interessiert zu, als Calvins Vier-Ämter-Lehre zur Sprache kam. Denn darin sichert Calvin den Diakonen – und, hätte es sie damals schon gegeben: sicherlich auch den Diakonissen – einen festen Platz in den Kirchengemeinden zu, neben den Pastoren, Doktoren und Presbytern. Die Stuttgarter Diakonissen kannten schon viel von Calvin. Denn die Krankenhauspfarrerin Mirelle Abate-Leibbrand, eine Waldenserin, ist erklärte Calvin-Liebhaberin. In ihren letzten Bibelstunden hat sie die Psalmenauslegungen Calvins referiert.

01/11 Attendorn

2. November 2009

Sonntag, 6.42 Uhr. Im Regionalzug Gelsenkirchen-Hagen sammeln sich die Opfer der Nacht: überwiegend türkischstämmige Jugendliche, die Jungs halten sich und andere mit Macho-Sprüchen und klirrender Handy-Musik wach, die Mädels dämmern langsam unter ihrer verlaufenen Schminke weg. Manche tratschen und lästern noch. „Das sind Schweinefleischfresser“, tönt es durch den Waggon. Was wiederum Assoziationsketten beim bibelkundigen ausgeschlafenen Mitpassagier auslöst. Gab es einen Schweinfleischstreit nicht schon vor fast 2000 Jahren, als sich die ersten Christen darüber stritten, ob die Befolgung der jüdischen Speisegesetze Voraussetzung für gottgefälliges Leben ist? Und noch immer gilt Schweinefleischverzehr als streitträchtig – beachtlich!  Im Attendorner Gottesdienst ist davon nichts zu spüren: Da geht es um Gardinen. Und was Calvin damit zu tun hat.

31/10 Gelsenkirchen

2. November 2009

Eine Stadt im Taumel: Blaue und blaubeschalte Schalke Fans pilgern in die Schalke-Arena, um ihre Mannschaft im Kampf gegen Leverkusen zu unterstützen; orangebekleidete Jugendhorden ziehen kürbisgeschmückt durch die Straßen und feiern „Halloween“; und in der Christuskirche versammeln sich evangelische Christen, um den Reformationstag angemessen zu begehen: mit einem gesangreichen Gottesdienst, einem Fest für alle Mitarbeiter und der Erinnerung an Johannes Calvin. Der unter anderem dafür gesorgt hat, dass evangelische Gemeinde nicht pfarrherrlich organisiert sind, sondern die Aufgaben auf viele Schultern verteilen: Pastoren, Doktoren, Presbyter, Diakone…

28/10 Fürstenfeldbruck

1. November 2009

Soooo katholisch ist Oberbayern nicht, dass es keine Vorträge über Calvin zulässt. Da gibt es zum Beispiel in Fürstenfeldbruck eine ganz besondere Veranstaltungsreihe namens „Brucker Zeitgespräch“. Die hatte zum Calvin-Abend in die Gnadenkirche eingeladen. Und siehe: Auch die Bayern interessieren sich für den Genfer Katholikenkritiker.