Posts Tagged ‘Wittenberg’

28/01 „Luther? Ja!“ – „Evangelisch? Nein!“

28. Januar 2011

Da ist man doch endlich mal stolz, Lutheraner zu sein: Johannes Friedrich, bayerischer evangelischer Landesbischof, riss angesichts der bevorstehenden Seligsprechung Papst Johannes Pauls II. der ökumenische Geduldsfaden. „Ich glaube, dass es Wunder gibt“, sagte der oberste Vertreter der deutschen Lutheraner – „ aber nicht, dass Gott sie schickt, damit eine Kommission beweisen kann, dass jemand heilig ist.“ Damit kommentierte er, dass der Vatikan die Heilung einer Ordensschwester von einer Parkinson-Erkrankung als Folge des himmlischen Eintretens des verstorbenen Papstes anerkannt hat, hochoffiziell, mit Brief und Siegel. Luther wird sich freuen…. Gleichzeitig bereiten die Katholiken angesichts des großen Reformationsjubiläums 2017 eine eigene Sicht Luthers vor. Auf einem großen Kongress soll 2014 die katholische Seite Luthers beleuchtet werden. Die Strategie, die dahinter stecken könnte: Einen Keil zwischen Luther und Lutheraner zu treiben. Mehr hierzu in einem vorzüglichen WELT-Artikel – und am Samstag um 17.55 Uhr im Bayerischen Rundfunk – „Zum Sonntag„.

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05/05 Melanchthon & Schorlemmer

5. Mai 2010

Publik-Forum 7/2010

Publik-Forum 7/2010

Einer der wenigen berühmten Protestanten wird fehlen, wenn in wenigen Tagen der Ökumenische Kirchentag in München beginnt. „Nicht mit mir!“ schimpft Friedrich Schorlemmer und bleibt in Wittenberg. Seine Argumente, nachzulesen in Publik-Forum, sind gut und nachvollziehbar: Der Kirchentag spiele den Kirchenfrieden nur vor. Der entscheidende und selbstverständliche Schritt des gemeinsamen Abendmahles bleibe offiziell verboten, die Kirchentagsregeln würden mehr gelten als die Gemeinschaft mit Christus.

Würde Melanchthon noch unter uns weilen, so würde er wahrscheinlich nicht seinem Nachfolger Gesellschaft leisten, sondern sich auf den Weg nach München machen. Würde unermüdlich und geduldig Gespräche mit Katholiken führen, würde ausloten, warum sie es denn immer noch so schlimm finden,  dass sie offiziell gemeinsam mit Evangelischen das Abendmahl feiern. Ich bin gespannt, was er nach seiner Rückkehr dem lutherisch standhaft en Schorlemmer berichten würde…

17/04 Lutherstadt Wittenberg

18. April 2010

Melanchthon-Theater

Melanchthon-Theater

Au weia, hoffentlich hat Melanchthon aus dem Himmel das nicht gesehen: Nur 17 Leute wollten einen Vortrag über ihn hören, nachmittags im traditionsreichen Bugenhagenhaus.  Bildung ist eben auch im Protestantismus oft nur ein Ideal, sogar im historischen Zentrum der Reformation. Immerhin: Zur Theateraufführung im Melanchthonhaus kamen mehr Menschen und sahen grandiose Szenen eines Theaterspektaktels.